Schwanger werden trotz PCOS – Überblick

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Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Es kann den Zyklus verlängern, den Eisprung unregelmäßig machen oder zeitweise ausbleiben lassen. Dennoch ist eine Schwangerschaft oft möglich – mit realistischen Erwartungen, guter Diagnostik und der passenden Strategie kannst du auch trotz PCOS schwanger werden.

Eisprung bei PCOS: Häufiger als lange angenommen

Unregelmäßige Zyklen, kein Eisprung, unerfüllter Kinderwunsch – viele Frauen mit PCOS kennen diese Situation. Viele Frauen mit PCOS haben dennoch Eisprünge – häufiger, als man früher dachte. In unseren Studien war bei mehr als einem Drittel eine natürliche Schwangerschaft grundsätzlich möglich. Erfahre hier, wie modernes Zyklusmonitoring dir dabei helfen kann, dein PCOS zu verstehen und deine Fruchtbarkeit genauer zu verstehen. So kannst du deine Chancen auf eine Schwangerschaft deutlich erhöhen.

 

Was ist PCOS? Symptome & Diagnose

  • Typische Anzeichen: seltene/ausbleibende Blutungen, vermehrte Androgene (z. B. Akne, Hirsutismus), polyzystische Ovarien im Ultraschall.
  • Diagnose (Rotterdam-Kriterien): Mindestens zwei der drei Punkte: Oligo-/Anovulation, Hyperandrogenismus, polyzystische Ovarien. Andere Ursachen müssen ausgeschlossen werden.

Hintergrundinfos: Zyklustyp PCO Syndrom

 

Wie beeinflusst PCOS die Fruchtbarkeit?

Bei PCOS kommt es seltener zum Eisprung (Ovulation). Gleichzeitig berichten Studien, dass bei einem relevanten Teil der Betroffenen durchaus spontane Eisprünge auftreten können. Entscheidend ist, zu wissen, ob und wann sie stattfinden – das erhöht die Chance, das fruchtbare Fenster zu nutzen.

Eisprung erkennen – Methoden im Überblick

  • Zervixschleim & Zyklusbeobachtung: Niedrigschwellig, aber auch subjektiv.

  • Urin-LH-Tests (Ovulationstests): Praktisch, können bei PCOS jedoch durch erhöhte Grund-LH-Werte falsch-positiv sein.

  • Basaltemperatur (morgendliches Messen): Bestätigt den Eisprung rückblickend; Disziplin nötig.

  • Kontinuierliche Temperaturmessung (Körperkerntemperatur): Kann zyklische Muster genauer sichtbar machen; geeignet auch bei langen/irregulären Zyklen. Erfahre hier mehr: Zyklusdiagnostik bei PCOS

  • Ultraschall-/Hormonmonitoring in der Praxis: Goldstandard unter ärztlicher Begleitung.

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Es werden vier Typen des PCO Syndorms unterschieden. Unser Selbsttest hilft dir bei einer orientierenden Einordnung; Ursachenklärung und endgültige Diagnose gehören aber in ärztliche Hände.

Chancen auf eine natürliche Empfängnis

Viele Frauen mit PCOS werden spontan schwanger – vor allem, wenn Eisprünge stattfinden und der Verkehr im fruchtbaren Zeitfenster geplant wird. Unterstützung bieten Lebensstilmaßnahmen, Zykluswissen und ggf. medizinische Behandlung.

Siehe auch: Kinderwunsch trotz PCOS – was wirklich hilft

Behandlung & Optionen (Übersicht)

  • Lebensstil: Gewichtsmanagement, Bewegung, Schlaf, Stressreduktion.
  • Medikamentöse Optionen: z. B. Metformin, Ovulationsinduktion (nach ärztlicher Abklärung).
  • Reproduktionsmedizin: Insemination, IVF/ICSI bei Bedarf.
  • Ergänzende Beratung: Ernährungs- und Zykluscoaching.


Wann zur Ärztin/zum Arzt?

    • Bei Kinderwunsch und Zykluslängen > 35 Tage oder ausbleibendem Eisprung.
  • Bei zusätzlichen Symptomen (starker Hirsutismus, Zyklusstörungen, Schmerzen).
PCOS Coach Julia Schultz im Portrait

„OvulaRing macht den Zyklus sichtbar – selbst bei PCOS. Eine wertvolle Hilfe, um die fruchtbaren Tage genau zu bestimmen und die Chancen auf eine natürliche Empfängnis zu erhöhen. Aus meinen Coachings ist OvulaRing daher nicht wegzudenken.“

Erfahre hier, was PCOS Expertin Julia Schultz mit OvulaRing über ihre Zyklen herausgefunden hat. 

Häufige Fragen (FAQ) - schwanger werden trotz PCOS

Ja – bei vielen Betroffenen treten Eisprünge auf, allerdings seltener oder zeitlich verschoben. Der Eisprung kann deutlich später im Zyklus stattfinden. Verlässlich wird das nur mit objektiver Beobachtung, z. B. Temperaturverläufen (Basal- oder Körperkerntemperatur), Hormonmessungen (Urin/Blut) und ggf. sonografischen Follikelkontrollen unter ärztlicher Begleitung.

Sinnvoll ist eine Kombination: Zervixschleim beobachten, Temperaturmuster verfolgen und (bei Bedarf) Hormonwerte prüfen. Als besonders fruchtbar gelten die 1–2 Tage vor der Ovulation und der Ovulationstag. Bei unregelmäßigen Zyklen helfen längeres Monitoring über mehrere Zyklen und ärztliche Kontrollen, typische Muster zu erkennen.

Üblich sind die Rotterdam-Kriterien: Aus zwei von drei Befunden (Oligo-/Anovulation, klinischer/biochemischer Hyperandrogenismus, polyzystische Ovarien im Ultraschall) wird die Diagnose gestellt – andere Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Dazu gehören Anamnese, körperliche Untersuchung, Labor (z. B. Androgene, Schilddrüse, Prolaktin) und Ultraschall.

„PCO“ beschreibt ein Ultraschallmuster der Eierstöcke. „PCOS“, also „PCO Syndrom“ hat noch mehr Kriterien (z. B. Zyklusunregelmäßigkeiten und/oder erhöhte Androgene).

AMH gibt einen Hinweis auf die ovariellen Follikelreserven, ist aber allein nicht diagnostisch für PCOS. Erhöhte Androgene (z. B. Testosteron) unterstützen die Diagnose. Häufig treten Zeichen einer Insulinresistenz auf. Welche Werte sinnvoll sind, legt die Ärztin/der Arzt fest.

Bewegung, ausgewogene Ernährung, stabiler Schlaf und Stressmanagement können Hormonprofile positiv beeinflussen und die Ovulationswahrscheinlichkeit erhöhen. Auch Rauchstopp und ein maßvoller Umgang mit Alkohol werden empfohlen. Lebensstilmaßnahmen sind häufig die erste, begleitende Option – unabhängig von weiteren Therapien.

Als grobe Orientierung: nach 6–12 Monaten Kinderwunsch ohne Erfolg (altersabhängig). Früher, wenn Zyklen regelmäßig länger als 35 Tage dauern, Blutungen über Monate ausbleiben, zusätzliche Symptome vorliegen oder es bei dir bekannte Risikofaktoren gibt. Auch eine frühzeitige Basisdiagnostik kann sinnvoll sein.

Neben Lebensstilmaßnahmen kommen – nach ärztlicher Abklärung – Ovulationsinduktion (z. B. mit bestimmten Medikamenten), ggf. Metformin bei entsprechender Indikation sowie reproduktionsmedizinische Optionen infrage. Die Auswahl hängt von Befunden, Alter und Dauer des Kinderwunsches ab.