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„OvulaRing kann unnötige IVF Behandlungen verhindern“ – Exklusives Interview mit Prof. Dr. med. H. Alexander

Hinter OvulaRing steht das Team der VivoSensMedical, ein junges Unternehmen mit Sitz in Leipzig. Basis für ihre Arbeit ist über 40 Jahre medizinische Forschung des Mitgründers Prof. Dr. Henry Alexander. Er ist einer der führenden Reproduktionsmediziner in Europa und verantwortlich für eines der ersten IVF-Babys, das in Deutschland das Licht der Welt erblickt hat. Die Vision: Mit OvulaRing die Diagnostik im Bereich Frauengesundheit nachhaltig zu verändern – weg von Standardtherapien, hin zu personalisierten, individuellen und somit effizienteren Behandlungen, mit reduzierten Kosten und Nebenwirkungen.

Prof. Alexander, können Sie sich noch an Ihre erste IVF erinnern?

Zur weltweit ersten Geburt nach einer erfolgreichen IVF von Louise Brown kam es ja im Juli 1978. In Leipzig hatten wir uns zu Beginn der 80er Jahre als eine der ersten deutschen Kliniken auch mit dieser speziellen Behandlung beschäftigt. Damals erfolgte die Eizellgewinnung noch über eine Bauchspiegelung. 1984 konnten wir dann über unsere erste Geburt nach einer IVF berichten. Das war natürlich eine sehr spannende und arbeitsreiche Zeit! Dabei waren hauptsächlich die Kulturbedingungen außerhalb der Gebärmutter das Nadelöhr. Viele Erfahrungen mussten gesammelt werden und wurden mit anderen Zentren ausgetauscht. Mittlerweile haben wir deutschlandweit jährlich mehr als 20.000 geborene Kinder nach IVF.

Für welche Frauen wurde die IVF eigentlich entwickelt?

Die IVF wurde eigentlich für Frauen mit verschlossenen bzw. entfernten Eileitern entwickelt. Mittlerweile gilt auch die sog. ungeklärte Sterilität als eine Indikation für eine IVF Behandlung. Seit den 90er Jahren  wurde die eingeschränkte männliche Fruchtbarkeit in Form der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) mit in die Behandlungsoption aufgenommen.

Können die Kinder durch eine künstliche Befruchtung Schaden nehmen?

Seit gut 40 Jahren gibt es jetzt die IVF Therapie. Bislang wurden weltweit gut 8 Millionen Kinder geboren. Die Kinder nach assistierter reproduktionsmedizinischer Therapie (ART) waren schon immer unter besonderer Überwachung und es wurden bisher nur wenige Auffälligkeiten (z.B. gering erhöhtes Krebsrisiko, Hauterkrankungen) berichtet. In den letzten beiden Jahren wurden aber die Ergebnisse neuerer Studien publiziert. In den Untersuchungen werden von älteren nach IVF gezeugten Personen berichtet, die bereits im jugendlichen Alter unter Bluthochdruck, Insulinresistenz und vorgealterten Gefäßen litten. All diese Befunde unterstreichen die Notwendigkeit, dass vor einer ART zwingend alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten, wie z.B. Ovulationsinduktion und Inseminationen, angewandt werden sollten.

Frauen müssen über die Risiken der Behandlung, auch über die Risiken für die nach IVF gezeugten Kinder zwingend aufgeklärt werden. Wenn keine weitere Behandlungsalternative besteht, müssen die Frauen überlegen, ob sie das Risiko tragen möchten. Dabei sollte aber immer vom Arzt geprüft werden, ob alle Möglichkeiten einer sog. konservativen Behandlung, d.h. die Behandlung ohne IVF, ausgeschöpft wurden.

Kann mit OvulaRing eine verfrühte IVF verhindert werden?

Ja! Dank moderner Diagnosemethoden von OvulaRing ist es heute möglich, genauere Aussagen über die Zyklusgesundheit von Frauen zu erhalten. Hierfür wird die Körperkerntemperatur als Biomarker genutzt. Individuelle Fruchtbarkeitsmuster zeigen genau an, wann der Eisprung stattfindet. Dieses Wissen können Ärzte nutzen, um im Vorfeld einer Reagenzglas-Befruchtung zu bestimmen, wann eine Follikelpunktion angezeigt ist.  Eine niedrig dosierte, wohl bedachte und abgestimmte IVF Behandlung könnte daher die Zukunft sein, um so Nebenwirkungen und Kosten zu mindern. Bisher gab es keine Methode, das Zyklusgeschehen der Frau objektiv zu erfassen. Mit den neuen Möglichkeiten von OvulaRing ist eine objektive Vermessung des Zyklus jetzt möglich, wobei die Zyklus- und Fertilitätsdiagnostik mit Hilfe eines Cyclofertilogramms (CFG) erstellt wird.

Eine konservative, weniger belastende Kinderwunschbehandlung wird oftmals nicht vorgenommen. Dies mit der Begründung, die Frauen wären ungeduldig und würden schon sehr lange den Kinderwunsch haben. Dies sollte aber die Reproduktionsmediziner nicht zu einer vorschnellen künstlichen Befruchtung verleiten. Mit OvulaRing kann eine verfrühte IVF verhindert werden, da frühe und späte Eisprünge zuverlässig erkannt werden. So ist in vielen Fällen eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege möglich und eine IVF Behandlung unnötig.

Wie kann OvulaRing eine IVF unterstützen?

Durch die kontinuierliche und objektive Aufzeichnung des weiblichen Zyklus (Cyclofertilogramm) ermöglicht OvulaRing eine individuelle Diagnostik und kann so eine personenbezogene IVF Behandlung unterstützen. Frauen sollten immer erst gründlich untersucht werden, bevor über die Art der Therapie entschieden wird. Das sollte die OvulaRing Diagnostik zwingend mit einschließen.

Bisher wurde für die IVF die Zyklusbiologie der Frau jedoch nicht berücksichtigt. Dies sollte der Vergangenheit angehören, denn die Erfolgsrate lässt sich unter der Berücksichtigung des individuellen Zyklusgeschehens deutlich steigern. Dabei sollten Frauen mit einem kurzen Zyklus und frühem Eisprung anders als jene mit einem langen Zyklus und spätem Eisprung stimuliert und behandelt werden.

Kann man trotz erfolgloser IVF auf natürliche Weise schwanger werden?

Natürlich! Die Erfahrung zeigt, dass es trotz vorausgegangener künstlicher Befruchtung zu spontanen Schwangerschaften kommen kann. Dabei kann OvulaRing eine wichtige Hilfe sein. Viele Verläufe von dankbaren Frauen zeigen, dass sie auch nach einer langen und erfolglosen Therapie mit künstlicher Befruchtung unter Verwendung des OvulaRing auf natürliche Weise schwanger geworden sind.

Prof. Alexander, wir danken Ihnen herzlich für dieses interessante Gespräch!

 

 

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