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Macht euch bloß keinen Stress

Heute ist man es gewohnt, alles im Leben planen zu können. Spätestens beim Schwanger werden realisieren viele Frauen allerdings, dass sich das Wunschkind oft nicht planen lässt. Bereits nach kurzer Zeit macht sich Stress breit und die Kinderwunschzeit kann zur echten Belastungsprobe werden. Ein Teufelskreis, denn Stress und unerfüllter Kinderwunsch hängen oft zusammen. Auch Frauen, die z.B. aus beruflichen Gründen unter ständiger Anspannung leiden, müssen häufig lange warten, bis der Schwangerschaftstest positiv ist.

Dass Stress krank macht, ist hinlänglich bekannt. Dass er auch Einfluss auf die Sexualität und die Fruchtbarkeit hat, zeigen neuere Studien.

Für ein funktionierendes Sexualleben bzw. Lustempfinden ist ein Zusammenspiel von Hormonen und Botenstoffen verantwortlich. Alltagsstress kann diese Balance stören. Sind wir gestresst, schütten wir vermehrt Prolaktin aus, ein Hormon welches in der Hirnanhangsdrüse produziert wird. Prolaktin hemmt die Bildung von Sexualhormonen und damit die Lust auf Sex. Auch Cortisol wird bei Stress ausgeschüttet und wirkt ähnlich.[1]

Aber Stress vermindert nicht nur die Lust auf Sex, und Sex ist ja nun mal bekanntlich notwendig, damit es mit dem Wunschkind klappt. Mehrere Studien belegen auch, dass Stress direkten Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat.

So haben Forscher der Ohio State University den Zusammenhang zwischen einer verminderten Fruchtbarkeit und einem erhöhten Level des Enzyms Alpha-Amylase im Speichel nachgewiesen. Dieses Enzym gilt als Biomarker für Stress. Bei Frauen mit einem hohen Alpha-Amylase Spiegel war die Wahrscheinlichkeit pro Zyklus schwanger zu werden, um 29% geringer, als bei denen mit einem geringen Anteil des Stressmarkers. Es wurde außerdem nachgewiesen, dass dieser Effekt das Risiko für eine Unfruchtbarkeit nach der medizinischen Definition um das Doppelte erhöht.[2]

Eine weitere Studie belegt, dass sich vor allem Stress in der ersten Zyklushälfte und um den Zeitpunkt des Eisprungs negativ auf die Fruchtbarkeit auswirkt. So war die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden bei den Frauen die angaben, während des fruchtbaren Fensters gestresst zu sein, um 46% verringert.[3]

Warum Stress die Fruchtbarkeit negativ beeinflusst, zeigen die Studien nicht. Man geht aber davon aus, dass die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen, dem Körper eine Notsituation suggeriert und ihm somit signalisiert, dass eine Schwangerschaft nun das Letze wäre, was er gebrauchen kann. Folglich wird die Produktion von Sexualhormonen eingestellt.[1]

Die Ergebnisse der Studien wecken aber auch Hoffnungen. Denn wer in der Lage ist, Maßnahmen zur Entspannung und Stressreduktion in den Alltag zu integrieren, kann seine Chance für eine Empfängnis erhöhen.

Empfehlenswert sind zum Beispiel regelmäßiges Yoga, Meditation oder autogenes Training. Auch leichtes Ausdauertraining, drei bis fünfmal pro Woche für etwa 30 Minuten kann Stress reduzieren. Jede Frau sollte dabei selbst entscheiden, was ihr am besten gefällt. Denn am nachhaltigsten ist das Ganze, wenn man Spaß dabei hat.

Übrigens: Manchmal wird man in der Kinderwunschzeit gelassener, wenn man weiß, dass der eigene Zyklus gesund ist. OvulaRing kann euch auf jeden Fall dabei helfen, dies herauszufinden und leistet damit schon mal einen kleinen Beitrag zur Stressreduktion.

[1] Dr. Libby Weaver: Das Rushing Woman Syndrom. Was Dauerstress unserer Gesundheit antut. Stuttgart, 2017

[2] CD Lynch et.al. Preconception stress increases the risk of infertility: Results from a couple-based prospective cohort study-the LIFE study, Human Reproduction, Mar 2014

[3] S. Akhter, M. Marcus, R.A. Kerber, M. Kong, K.C. Taylor. The Impact of Periconceptional Maternal Stress on Fecundability, Annals of Epidemiology, 2016

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