OvulaRing Studien & klinische Evidenz (DOI, PubMed, PDFs)

Zuletzt aktualisiert: 28.01.2026

Hier bündeln wir Studien, Whitepaper und Validierungen zu OvulaRing.

Studienlage im Überblick

Kernaussagen

  • Am besten belegt: Peer-reviewte Publikationen zeigen, dass kontinuierliche intravaginale Kerntemperaturmessung (OvulaRing) zur Identifikation und Vorhersage des fertilen Fensters eingesetzt werden kann.
  • Für wen besonders relevant: Für Frauen mit Kinderwunsch sowie für Ärzt:innen/Endokrinolog:innen, die Zyklusdiagnostik und die Einordnung von Temperaturdaten im klinischen Kontext verbessern möchten.
  • Wichtigste Limits: Nicht jede Quelle ist gleich stark: Poster/Abstracts sind oft weniger detailliert als Volltexte, und Whitepaper sind Herstellerdokumente – sie erklären die Methode, ersetzen aber keine unabhängigen Wirksamkeitsstudien.

Einordnung nach Evidenz

  1. Peer-reviewte Studien (höchste Aussagekraft)
  2. Kongressbeiträge / Poster (frühe Evidenz, häufig nur Abstracts)
  3. Dissertationen / Hochschulschriften (Deep Dive, methodisch wertvoll, aber meist ohne Journal-Peer-Review)
  4. Whitepaper / Herstellerdokumente (Methodik & Beispiele, nicht unabhängig)
  5. Sekundärquellen / Reviews (Einordnung ins Feld, nicht zwingend OvulaRing-spezifische Wirksamkeit)

Hinweis: Diese Übersicht dient der Quellen-Transparenz und ersetzt keine medizinische Beratung.

Weiterführende Inhalte

Du willst die Studien einordnen? Hier findest du Methodik, ärztliche Informationen und die wichtigsten Qualitätskriterien.

OvulaRing: Wissenschaftliche Publikationen im Überblick

Du suchst nach den wissenschaftlichen Quellen zu OvulaRing? Hier findest du alle zentralen Publikationen – klar sortiert, mit Kurzbeschreibung und Direktlinks (DOI, PubMed, PDF).

Hinweis: Diese Liste ist eine Quellenübersicht, keine medizinische Beratung. Direkt zu:


1) Peer-reviewte Studien (Kern-Evidenz)

  1. Nolte J et al. (2026)
    Optimizing basal body temperature measurement for cycle diagnostics: a comparison of different methods in female recreational athletes – Frontiers in Sports and Active Living.
    DOI: 10.3389/fspor.2025.1732233
    Studienzusammenfassung: OvulaRing & Eisprung-Erkennung: 7 Studien-Takeaways für Sportlerinnen
    🔎 Fokus: Methodenvergleich zur Ovulations-/Temperaturshift-Erkennung bei sportlich aktiven Frauen: kontinuierliche intravaginale Kerntemperatur (OvulaRing) vs. sublingual/Ohr/rektal (jeweils 06:00 Uhr & Aufwachen). Ergebnis: intravaginale 24h-CBT am robustesten; sublingual bei fixer Uhrzeit als pragmatische Alternative, Ohr/rektal mit hoher Variabilität.
    Links: Verlagsseite (Frontiers) · PDF
  2. Regidor PA et al. (2018)
    Identification and prediction of the fertile window … using a vaginal biosensor – Gynecological Endocrinology.
    DOI: 10.1080/09513590.2017.1390737
    🔎 Fokus: Ovulations-/Fertilitätsfenster-Erkennung & Prognose mit kontinuierlicher intravaginaler Kerntemperaturmessung (OvulaRing).
    Links: PubMed · Verlagsseite
  3. Ekhart D et al. (2018)
    Dynamics of core body temperature cycles in long-term measurements … in women – Chronobiology International.
    DOI: 10.1080/07420528.2017.1375942
    🔎 Fokus: Langzeit-Messungen der intravaginalen Kerntemperatur unter Alltagsbedingungen (Sensor-/Physiologie-Perspektive).
    Links: PubMed · Verlagsseite
  4. Goeckenjan M et al. (2020)
    Continuous Body Temperature Monitoring to Improve the Diagnosis of Female Infertility – Geburtshilfe und Frauenheilkunde.
    DOI: 10.1055/a-1191-7888
    🔎 Fokus: Diagnostik in der Kinderwunsch-Praxis (Vergleich klinisches Monitoring vs. Algorithmus vs. „niedrigste Tagestemperatur“).
    Links: PubMed · Volltext (PMC) · PDF (Thieme)
  5. Goeckenjan M et al. (Erratum, 2023 online / 2020 Heft)
    Correction: Continuous Body Temperature Monitoring … – Geburtshilfe und Frauenheilkunde.
    DOI: 10.1055/a-2154-8645
    🔎 Fokus: Korrektur/Erratum zum oben genannten Artikel.
    Links: PubMed · Thieme
  6. Alexander H. (2015)
    OvulaRing – Das Cyclofertilogramm (CFG) zur exakten Zyklus– und Fertilitätsdiagnostik – Ärzteblatt Sachsen (12/2015).
    🔎 Fokus: Praxisnaher Überblick (Konzept/Anwendung; kein klassisches randomisiertes Studiendesign).
    Links: PDF

2) Kongressbeiträge / Poster (wissenschaftliche Abstracts)

  1. Alexander et al. (2014)
    Fertilitätsmonitoring mit vaginalem Biosensor (OvulaRing©) – Geburtshilfe und Frauenheilkunde (Kongressbeitrag).
    DOI: 10.1055/s-0034-1388603
    Links: Thieme
  2. Schiwek E. et al. (2014)
    Diagnostik der Lutealinsuffizienz … mithilfe der kontinuierlichen Temperaturmessung (z. B. OvulaRing) – Geburtshilfe und Frauenheilkunde (Kongressbeitrag).
    DOI: 10.1055/s-0034-1388017
    Links: Thieme
  3. Regidor PA & Alexander H. (2018)
    Identifizierung und Vorhersage des fertilen Fensters … (OvulaRing®) – Geburtshilfe und Frauenheilkunde (Poster, DGGG 2018).
    DOI: 10.1055/s-0038-1671278
    Links: Thieme

3) Dissertation (Details zu CFG/Score & Methode)

  1. Komár, Marta Alicja (2019/2020)
    Ovula Ring® – Eine neue Methode der Zyklusdiagnostik … Cyclofertilogramm … CFG-Score – Universität Leipzig (Dr. med.).
    🔎 Fokus: Umfangreiche Aufarbeitung/Analyse (hoch relevant für „Deep Dive“, aber keine Peer-Review-Journalpublikation).
    Links: DNB-Eintrag · PDF (Repository)

4) Whitepaper / Herstellerdokumente (nicht peer-reviewt, aber oft zitiert)

  1. Alexander H. et al. (2019)
    Zyklusdiagnostik und Therapiekontrolle bei Kinderwunsch mittels OvulaRing, Cyclofertilogramm (CFG) und CFG-Score – VivoSensMedical (Whitepaper).
    🔎 Fokus: CFG-Score, Beispiele, Einordnung; nützlich als Methoden-Beschreibung – aber nicht gleichzusetzen mit unabhängiger Studienlage.
    Links: PDF (DE) · PDF (EN)
  2. Feldmann U. (2014)
    Zeitpunkt der Ovulation – fortlaufende Messung der Körperkerntemperatur … – Der Privatarzt Gynäkologie, Heft 5, S. 18–19.
    🔎 Hinweis: Dieser Titel wird in OvulaRing/VivoSens-Unterlagen als Referenz geführt; ein frei zugänglicher Volltext ist online oft schwer auffindbar.
    Links: Referenz im Whitepaper nachsehen

5) Sekundärquellen (Reviews / Kontext – „Wie wird OvulaRing eingeordnet?“)

A) HCI / Nutzerverständnis & Unsicherheit

  1. Schneider H. et al. (2019)
    Communicating Uncertainty in Fertility Prognosis – CHI ’19 (ACM).
    DOI: 10.1145/3290605.3300391
    🔎 Fokus: Wie man Unsicherheit bei Fertilitäts-Prognosen verständlich darstellt (UI/UX-Forschung; nicht primär klinische Wirksamkeit).
    Links: ACM · PDF

B) Ärztliche/medizinische Übersichten

  1. Freundl G., Gnoth C., Krahlisch M. (2016)
    Zykluscomputer und -Apps – Gynäkologische Endokrinologie 14, 93–104.
    DOI: 10.1007/s10304-016-0065-3
    🔎 Fokus: Einordnung von Zykluscomputern/Apps; nennt Chancen & Grenzen (guter Kontext für Qualitätskriterien).
    Links: SpringerLink
  2. Thieme A., Kalischewski P. (2018)
    Myasthenia Gravis: Family Planning, Pregnancy and Delivery – Neurology International Open (Review).
    DOI: 10.1055/s-0043-122651
    🔎 Fokus: Review zu Familienplanung/Schwangerschaft bei Myasthenia gravis; OvulaRing wird als Zyklusmonitoring-Option erwähnt.
    Links: Thieme · PDF
  3. Lyzwinski L. et al. (2024)
    Innovative Approaches to Menstruation and Fertility Tracking Using Wearable Reproductive Health Technology – JMIR (Systematic Review).
    🔎 Fokus: Wearables & Evidenzlage im Überblick; OvulaRing wird im Kontext anderer Devices eingeordnet.
    Links: JMIR · PubMed
  4. Yu JL et al. (2022)
    Tracking of menstrual cycles and prediction of the fertile window … via BBT & heart rate as well as ML algorithms – Reproductive Biology and Endocrinology.
    DOI: 10.1186/s12958-022-00993-4
    🔎 Fokus: Wearables/Algorithmen-Kontext (ML-Ansätze); nennt OvulaRing als Beispiel im Feld.
    Links: SpringerLink · PubMed

Kurzer Einordnungs-Tipp (für kritische Leser:innen)

  • Am stärksten sind die peer-reviewten Kernstudien (oben unter Punkt 1).
  • Abstracts/Poster sind hilfreich, aber meist weniger detailliert als Volltexte.
  • Whitepaper erklären Methode/CFG-Score, sind aber kein Ersatz für unabhängige Wirksamkeitsstudien.

Häufige Fragen zur OvulaRing Studienlage

Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zur wissenschaftlichen Evidenz von OvulaRing – basierend auf den wichtigsten Veröffentlichungen.

Welche Studie/Veröffentlichung belegt OvulaRing am stärksten?

Die stärkste direkte Evidenz für OvulaRing (im Sinne von „Fertilitätsfenster / Eisprung erkennen und vorhersagen“) liefert die peer-reviewte Studie von Regidor et al. in Gynecological Endocrinology. Sie ist die zentrale Publikation, weil sie sich explizit mit der Bestimmung des fruchtbaren Fensters über einen vaginalen Biosensor und einen Algorithmus beschäftigt und dafür eine größere Zahl an Zyklen ausgewertet hat.

Für den Bereich Kinderwunsch / Diagnostik in der Praxis ist außerdem die Arbeit von Goeckenjan et al. (Thieme / PMC-Volltext) wichtig, weil dort kontinuierliche Temperaturmessung (vaginaler Sensor) mit Standard-Zyklusmonitoring (z. B. Ultraschall/Hormone) verglichen wird.

Was haben die Studien zu OvulaRing genau ausgewertet?

Die Studien schauen im Kern auf zwei Dinge:
1) Fertilitätsfenster & Eisprung-Timing: Regidor et al. prüfen, ob ein Algorithmus aus der kontinuierlich gemessenen Körperkerntemperatur (intravaginal) das fruchtbare Fenster identifizieren bzw. vorhersagen kann.

2) Diagnostik bei Zyklus-/Ovulationsstörungen: Goeckenjan et al. untersuchen, ob kontinuierliche Temperaturmessung die Diagnose von ovulatorischer Dysfunktion (z. B. Hinweise auf Lutealphasenprobleme oder PCOS-Konstellationen) unterstützen kann – und vergleichen dabei verschiedene Auswertungsansätze.

Ergänzend gibt es Forschung, die weniger „Fruchtbarkeit“ als Ziel hat, sondern die
Messmethode selbst: Ekhart et al. analysieren Langzeit-Verläufe der Kerntemperatur im Alltag (Chronobiologie),
um Muster und Rhythmik der Temperatur über viele Tage zu beschreiben.

Zu welchem Ergebnis kommen die Studien über OvulaRing?

Regidor et al. berichten (laut Abstract), dass die Auswertung des Systems eine retrospektive „Accuracy“ von 99,11% für die Erkennung der Ovulation erreicht (basierend auf einem angegebenen Software-Validierungsfehler von 0,89%) und dass für eine prospektive Betrachtung eine Accuracy von 88,8% für ein Fenster „3 Tage vor Ovulation, Ovulationstag, 3 Tage nach Ovulation“ erzielt wurde. Außerdem wird in einer Subgruppe mit dokumentierten Schwangerschaften eine mediane Zeit bis zur Schwangerschaft genannt.

Goeckenjan et al. kommen zu dem Schluss, dass ein kontinuierliches Temperaturmonitoring mit vaginalem Biosensor (OvulaRing) die klassische Zyklusdiagnostik in der Kinderwunsch-Sprechstunde sinnvoll ergänzen kann – besonders, um den Zeitpunkt des Eisprungs auch über längere Zeiträume objektiver zu erfassen.

Ekhart et al. zeigen, dass Langzeitmessungen der intravaginalen Kerntemperatur unter Alltagsbedingungen möglich sind
und liefern Methoden/Parameter zur Beschreibung der Temperatur-Rhythmik (eher Grundlagen-/Methodenforschung).

Wie gut kann OvulaRing die fruchtbaren Tage bestimmen?

Die am häufigsten zitierte Kennzahl stammt aus der Studie von Regidor et al.:
Dort wird eine prospektive Accuracy von 88,8% für ein 7-Tage-Fenster rund um den Ovulationstag
(3 Tage davor, Ovulationstag, 3 Tage danach) berichtet.

Wichtig für eine faire Einordnung: „Accuracy“ bedeutet hier, wie gut der Algorithmus zu dem im Studiendesign definierten Ovulations-/Fenster-Referenzpunkt passt – das ist nicht automatisch dasselbe wie „Sicherheit zur Empfängnisverhütung“ (z. B. Pearl-Index aus großen, unabhängigen Alltagsstudien mit Schwangerschaftsrate).

Wo in der Forschung kommt OvulaRing noch zum Einsatz?

OvulaRing taucht in der Forschung vor allem in drei Kontexten auf:

Chronobiologie / Körpertemperatur-Rhythmik:
Langzeitmessungen der Kerntemperatur im Alltag (z. B. zur Analyse zirkadianer Muster).

Digitale Gesundheit & Wearables (Reviews):
Systematische Übersichten zu Fertilitäts-Wearables nennen intravaginale Temperatur-Devices als eine Geräteklasse.

UX/HCI-Forschung:
Studien wie „Communicating Uncertainty in Fertility Prognosis“ untersuchen, wie Vorhersagen und Unsicherheit in Fertilitäts-Prognosen
verständlich dargestellt werden – also weniger „ob es stimmt“, sondern „wie Nutzer:innen die Aussage verstehen und interpretieren“.