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Wach auf Libido!

Dass Menschen Lust auf Liebe haben, wird scheinbar erst einmal vorausgesetzt. Fast die gesamte Unterhaltungsindustrie fußt auf dem Reiz intimer Zweisamkeit: in Romanen, Kino- und Werbefilmen oder Pop-Songs. Gleichzeitig vermelden Sexualwissenschaftler und Paartherapeuten, dass eine stetig wachsende Zahl von Frauen und neuerdings auch Männern einfach keine Lust haben.

Lust ist etwas Unspezifisches, funktioniert im Prinzip jedoch immer gleich. Ob es um Essen, Trinken oder Sex geht: Bei Berührung leiten Sensoren in der Haut Impulse an die Großhirnrinde weiter. Die wiederum mobilisiert das limbische System, also das Emotions- und Belohnungszentrum im Gehirn. Doch wie entsteht die Lust speziell auf Sex? Wo beginnt die Begierde, wo die Erregung? Und wie beeinflusst das Eine das Andere? Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang vom “zerebralen Sex-Regulationssystem” und räumen ein, über die äußeren Faktoren, die unser Verlangen beeinflussen, noch recht wenig zu wissen.

Plant ein Paar zusammen ein Baby kann auch dies schnell in Stress ausarten, vor allem, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht „gleich“ klappen will. Da verwandelt sich Sex vom schönen Akt der Zweisamkeit schnell in eine genau terminierte Pflichtübung. Kein Wunder, dass die Libido da häufig schwindet. Manchmal können aber auch ganz andere Ursachen hinter der Lustlosigkeit stecken: Wünschen sich wirklich beide Partner gleichermaßen ein Baby? Sprecht als Paar offen und gleichberechtigt miteinander und vertraut euch eventuelle Ängste und Sorgen an!

Sind die lieben Kleinen dann geboren, ist man abends oft einfach erschöpft und müde! Obwohl das vielen, wenn nicht allen jungen Eltern so ergeht, wird darüber in der Öffentlichkeit leider wenig gesprochen. Werden die Kinder größer, droht man als Paar plötzlich zwischen Arbeit, Haushalt, Hausaufgaben, Elternabenden, Kita-Festen und anderen Terminen im Chaos zu versinken. Nicht hilfreich ist da die medial präsentierte „Working Mom“, der alles spielerisch leicht zu gelingen scheint. In der Realität bleibt jedoch oft wenig Paar-Zeit für gemeinsame Ruhepunkte. In solchen Fällen ist es wichtig, sich zurück auf die gemeinsame Zweisamkeit zu besinnen. Nehmt euch Zeit füreinander! Schafft euch schöne Momente, genießt die gegenseitigen Streicheleinheiten und seid zärtlich miteinander. Organisiert Babysitter, geht zusammen aus und gönnt euch auch einmal ein erholsames Wochenende nur zu zweit. Fernab vom Alltagsstress flammt die Libido ganz wie von selbst wieder auf.

Keiner muss immer Lust haben. Wie oft oder wie selten normal ist, weiß ohnehin niemand so genau. Zahlen und Fakten helfen nicht wirklich weiter, sie geben nur Auskunft über die Spannbreite dessen, was menschlich ist: von niemals bis mehrmals täglich. Hinzu kommt: Die Menge macht’s nicht, öfter heißt nicht besser oder zufriedener. Wenn die Lust schwindet, können auch körperliche Ursachen zugrunde liegen, zum Beispiel hormonelle Störungen wie Androgen- oder Östrogenmangel bei Frauen. Nebenwirkungen von Medikamenten, etwa Antidepressiva, Pille oder Spirale, können ebenso eine Rolle spielen wie Depressionen, Stress- und Erschöpfungszustände, Alkoholabhängigkeit und schwere körperliche Leiden. Von Fall zu Fall müssen diese möglichen Auslöser abgetrennt werden vom psychosozialen Umfeld, also von der familiären, beruflichen und seelischen Befindlichkeit der Betroffenen.

Gegen den Lustverlust gibt es leider kein Patentrezept, da die Ursachen von Frau zu Frau (und von Mann zu Mann) ganz unterschiedlich sein können. In vielen Fällen können die Ursachen für eine Libido-Abnahme jedoch erkannt und behoben werden! Die richtigen Ansprechpartner für eine fehlende Libido sind der behandelnde Gynäkologe, Hausarzt oder ein entsprechend ausgebildeter  Sexualtherapeut.

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