Digitale Hilfsmittel für die ­natürliche Verhütung

Zyklusapps und Zykluscomputer

Durch den wachsenden Trend des Self-Trackings gibt es heutzutage eine Vielzahl von Zyklusapps und –computern, die dir ein individuelles Zyklusmonitoring und eine Prognose des Eisprungs versprechen und suggerieren, auf diese Art und Weise auch sicher natürlich verhüten zu können.

Wie funktionieren Zyklusapps?

Die Mehrzahl der vorhandenen Zyklusapps sind digitale Kalender ohne Hardware. In den meisten Fällen musst du lediglich den Beginn und das Ende des Zyklus sowie die Länge der Periode eingeben. Basierend auf diesen Daten und der Kalendermethode, geben sie eine Empfängniswahrscheinlichkeit und eine Prognose für den nächsten Eisprung aus.

Vorsicht: Zyklusapps basieren in der Regel auf Standardzyklen und können für Frauen mit unregelmäßigen, sehr kurzen und langen Zyklen oder bei PCOS keine genauen Ergebnisse liefern. 70% aller Frauen haben keine Standardzyklen, weshalb sie von den erhältlichen Zyklusapps nicht abgedeckt werden können. Präzise Aussagen über Eisprung und fruchtbare Phase sind mit Zyklusapps und -computer daher kaum möglich.

Wie funktionieren hormonbasierte Zykluscomputer?

Hormonbasierte Zykluscomputer oder Ovulationstests messen die Konzentration des luteinisierenden Hormons (LH) im Urin der Frau und geben Auskunft über den Zeitpunkt des Eisprungs. Um natürlich verhüten zu können, muss in dieser fruchtbaren Zeit eine Barrieremethode zur Verhütung, wie z.B. Kondom oder Diaphragma, verwendet werden. Zykluscomputer basieren auf nur einem Messpunkt pro Tag und erfordern regelmäßige Zyklen, die eine Länge von 35 Tagen nicht überschreiten. Darüber hinaus erfordern sie ein hohes Maß an Disziplin (Messungen müssen jeden Tag zur gleichen Zeit durchgeführt werden) und einen regelmäßigen Lebensstil (Stress, Schlaf, Alkohol können die Ergebnisse verfälschen).

Der Ovulationstest basiert auf der Annahme, dass bei Erreichen einer bestimmten Reife des Eis vermehrt das Hormon LH freigesetzt und somit der Eisprung ausgelöst wird. Bisher wurde angenommen, dass der Eisprung etwa 24 bis 48 Stunden nach einem lang anhaltenden LH-Peak auftritt. Studien haben jedoch gezeigt, dass es verschiedene Muster von LH-Höhen gibt, die von Zyklus zu Zyklus, aber auch von Frau zu Frau variieren können (Diereito 2012).*

Die Studie zeigt, dass es eine größere Bandbreite von LH-Verläufen gibt als bisher angenommen. Im Durchschnitt lag der LH-Peak 1,2 Tage nach dem Eisprung und nicht wie erwartet vor dem Eisprung. In nur 6% der Zyklen endete der LH-Anstieg vor dem Eisprung. In der überwiegenden Mehrheit (94%) nahm das LH nach dem Eisprung jedoch weiter zu und in 60% der Zyklen sogar länger als 3 Tage.

*Direito A et al. 2012. Relationships between the luteinizing hormone surge and other characteristics of the menstrual cycle in normally ovulating women. Fertil Steril; 99:279-85. doi: 10.1016/j.fertnstert.2012.08.047. Epub 2012 Sep 19.

Infolgedessen ist die Messung des LH-Gehalts im Urin unpräzise und der Eisprung kann auf diese Weise nicht genau bestimmt werden. Als Methode der natürlichen Verhütung sind hormonbasierte Zykluscomputer daher nicht empfehlenswert.

Wie funktionieren temperaturbasierte Zykluscomputer?

Temperaturbasierte Zykluscomputer basieren auf der unzureichenden Methode zur Analyse der Basaltemperatur. Die Methode basiert auf einem Messpunkt am Tag und erfordert ein hohes Maß an Disziplin (Messungen müssen jeden Tag zur gleichen Zeit durchgeführt werden) und einen regelmäßigen Lebensstil (Stress, Schlaf, Alkohol können die Ergebnisse verfälschen). Da die Messungen weder automatisiert noch kontinuierlich sind, sind diese Computer nicht für eine sichere natürliche Verhütung geeignet.

OvulaRing im Vergleich mit anderen Methoden

OvulaRing

Ovulationstest

Basaltemperaturmessung

Zykluscomputer

Zyklusapps

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