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Mythen über das PCO-Syndrom und was dahinter steckt

Das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCO-Syndrom oder PCOS, ist eine hormonelle Störung, die bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter auftreten kann. Es handelt sich dabei um eine der häufigsten endokrinologischen Erkrankungen, an der in Deutschland etwa 1 Mio. Frauen leiden. Viele der Betroffenen sind Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch.

Eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

Das PCO-Syndrom ist sehr facettenreich und kann sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern. Häufig sind die Eierstöcke bei Frauen mit PCOS von vielen kleinen perlschnurartig aufgereihten Zysten umgeben; auf der anderen Seite können auch Frauen Zysten in den Eierstöcken aufweisen, ohne von PCOS betroffen sein. Andere Symptomen sind Zyklusstörungen, Insulinresistenz, Diabetes mellitus, Übergewicht, verstärkter Haarwuchs an Körper und Gesicht, Akne oder Haarausfall. Jedoch liegt nicht bei jeder Frau, die eines dieser genannten Symptome aufweist, PCOS vor.

Diagnosekriterien

Für eine sichere und einheitliche Diagnosestellung des PCO-Syndroms gelten deshalb ausschließlich die sogenannten Rotterdam Kriterien innerhalb der „ESHRE Guideline“ zur Diagnostik von PCOS. Demnach sollten nach Ausschluss anderer Erkrankungen mindestens zwei der folgenden Kriterien vorliegen:

1.) Hyperandrogenämie und/oder klinische Zeichen eines Hyperandrogenismus: Dabei liegen erhöhte männliche Hormonkonzentrationen (Androgene) im Blut vor. Sie können zu Akne, Haarausfall und einer ungewöhnlich starken Körperbehaarung bei der Patientin führen. 2.) Oligo- oder Amenorrhö: Die Patientin hat entweder Blutungsabstände von >35 Tagen oder gar keine Periode. 3.) Ultraschallkriterium: In der Ultraschalluntersuchung müssen Ovarien von mehr als 20 Follikeln und/oder erhöhtem Ovarvolumen (≥10 ml) vorliegen.

Da das PCO-Syndrom so vielfältig ist und häufig Fehleinschätzungen und -diagnosen getroffen werden, halten sich auch etliche PCOS Mythen hartnäckig in den Köpfen der Frauen und auch Ärzte. Wir haben euch hier ein paar Mythen zusammengestellt und erklären euch, was dahinter steckt:

Mythos: Frauen mit PCOS müssen zur Behandlung immer die Antibabypille nehmen

In der Schulmedizin wird das PCO-Syndrom meist ausschließlich mit Hormonpräparaten  wie z.B. der Antibabypille oder dem Zuckermedikament Metformin behandelt. Die Antibabypille hemmt die Bildung männlicher Hormone im Körper und soll somit gegen Vermännlichungserscheinungen und Hautproblemen wie fettige Haut und Akne helfen. Allerdings lösen diese Behandlungsmethoden nicht die grundlegende Ursache, quasi die Wurzel des PCOS, nämlich das hormonelle Ungleichgewicht, so dass nach Absetzen der Pille das PCO-Syndrom mit allen Symptomen und Beschwerden wieder auftauchen wird.

Um die wirklichen Ursachen von PCOS zu behandeln, sind ganzheitliche und natürliche Ansätze empfehlenswert, womit sich viele der Beschwerden sehr gut „in den Griff“ bekommen lassen. Julia Schultz @juliaschultz_coaching ist Hormoncoach und PCOS Expertin unterstützt dich darin, deine Hormone natürlich, ganz ohne Antibabypille, sondern mit der richtigen Ernährung und Veränderungen deines Lebensstils wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Auf ihrer Website erfährst du mehr über ganzheitliche und natürliche Maßnahmen zur Regulierung bei PCOS. Lass dich am besten ausführlich von Julia beraten!  Mehr Informationen findest du hier.

Mythos: Frauen mit PCOS haben keinen Eisprung und können nicht schwanger werden

Die Diagnosekriterien lange Zyklen >35 Tagen (Oligomenorrhö) und/ oder das Ausbleiben der Periode (Amenorrhö) können im Einzelfall auf eine verminderte Fertilität hinweisen. Mit OvulaRing kann daher zunächst festgestellt werden, wie die individuelle Zyklusbiologie und -gesundheit wirklich beschaffen ist. Die gute Nachricht ist: In Studien konnte gezeigt werden, dass über ein Drittel der Frauen, die mit PCOS diagnostiziert wurden, trotzdem eine Ovulation hatten und auf natürliche Weise konzipieren können. Weiter wurde bestätigt, dass 15% dieser Frauen sogar regelmäßig einen späten Eisprung nach dem 36. Tag haben. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Anzahl anovulatorischer Zyklen bei PCOSlerinnen also nicht so hoch wie bisher angenommen! Allerdings bleiben späte Ovulationen häufig unentdeckt. Betroffene Patientinnen werden daher oft vorschnell vom behandelnden Arzt an ein Kinderwunschzentrum überwiesen, obwohl sie spontan schwanger werden könnten. Mit OvulaRing können Frauen mit PCOS ganz einfach herausfinden, wie ihr individueller Zyklus tickt und ob und wann sie einen Eisprung haben – egal, wie spät er sein mag. Gerade bei PCOS ist es entscheidend, den Zyklus kontinuierlich zu beobachten, um späte, oftmals unentdeckte, Eisprünge „aufzuspüren“. Dies ist vor allen Dingen vor Hormonbehandlungen bzw.- eingriffen eine wichtige Information für betroffenen Frauen.

Mythos: Frauen mit PCOS haben immer unregelmäßige Zyklen

Ein unregelmäßiger Zyklus liegt vor, wenn die Zykluslängen um ±8 Tagen variieren. Hier kommt es häufig zu einer gefährlichen Selbstdiagnose, denn Frauen mit unregelmäßigen Zyklen denken schnell, sie seien von PCOS betroffen. Dabei weisen etwa 70% aller Frauen unregelmäßige Zyklen auf! Auch unregelmäßige Zyklen können vollkommen gesund sein und Eisprünge haben. Oft wechseln sich kurze und lange Zyklen mit frühen und späten Ovulationen ab. Bei wiederholten Blutungsabständen von > 35 Tagen muss nicht zwangsläufig PCOS vorliegen, denn auch hier muss noch ein weiteres Diagnosekriterium erfüllt und vor allem vom Gynäkologen bestätigt sein. Auch Schilddrüsenfehlfunktionen können z.B. Einfluss auf die Zykluslänge nehmen. Des Weiteren wirken Stress, seelische Belastungen, Zeitverschiebungen auf Reisen sowie Hormonschwankungen während der Pubertät oder den Wechseljahren auf den Zyklus ein. Mit OvulaRing kannst du übrigens dein individuelles Zyklus- und Fruchtbarkeitsmuster auch bei unregelmäßigen oder sehr langen Zyklen genau kennenlernen und feststellen, ob deine Zyklen gesund sind und wann du einen Eisprung hast.

Mythos: Frauen mit PCOS haben immer eine starke Körperbehaarung

Der hohe Androgenspiegel im Blut führt bei betroffenen Patientinnen zu einer typischen Androgenisierung, also Vermännlichung. Dazu zählt auch der sogenannte Hirsutismus, eine vermehrte androgenabhängige Behaarung mit männlichem Verteilungsmuster bei Frauen. Die Ausprägungen sind sehr unterschiedlich und reichen von einer etwas stärkeren Bein- und Intimbehaarung bis hin zu einer starken Behaarung an Armen, Rücken, Bauch, Hals sowie einem echten Bartwuchs. Jedoch leiden nicht alle Frauen mit PCOS an einer männlichen Behaarung. Umgekehrt ist nicht jede Frau mit stärkerem Haarwuchs vom PCO-Syndrom betroffen. So weisen z.B. Frauen verschiedener Ländern auch verschieden starke Körperbehaarungen auf, hier kann es schnell zu Fehlinterpretationen kommen.

Mythos: Glutenfreie Ernährung ist nur für Zöliakiebetroffene geeignet

Ernährung ist Medizin! Die wohl wichtigste Maßnahme, um trotz PCOS gesund und fit zu bleiben, ist die richtige Ernährung. Darüber lassen sich Hormonausschüttungen, wie beispielsweise das Insulin, recht gut steuern und Übergewicht und PCOS-Symptome können reduziert werden. Allerdings wird eine alleinige Kalorienreduzierung keine Erfolge zeigen. Was hilft wirklich? Eine gluten- und milchfreie Ernährung! PCOS ist ein Entzündungszustand des Körpers, der oft mit einer Insulinresistenz einhergeht. Das Entfernen von glutenhaltigen Lebensmitteln vom Speiseplan trägt zur Bekämpfung von Entzündungsherden im Körper bei, was wiederum das Abnehmen erleichtert. Auch eine milchfreie Ernährung trägt zu einer gesunden Lebensweise bei PCOS bei. Wissenschaftler konnten zeigen, dass eine hohe Milchaufnahme die Insulinsekretion und -resistenz erhöht. Daher ist die Kombination von gluten- und milchfreier Ernährung mit der Vermeidung von weißem Zucker und stark verarbeiteten Produkten sowie eine eiweißreiche Ernährung am besten bei PCOS geeignet. Du bist unsicher, wie du den neuen Ernährungsplan in deinen Alltag integrieren kannst? Julia Schultz hat für dich in ihrem neuen Buch „Leben mit dem PCO-Syndrom“ viele leckere gluten- und milchfreien Rezepten für jeden PCO-Typ erstellt und zeigt dir, wie du dein PCOS mit der richtigen Ernährung ganz einfach in den Griff bekommen kannst. Mehr Informationen dazu findest du hier.

Mythos: Um abzunehmen, musst du hart trainieren

Eine  Gewichtsreduzierung bei hohem BMI hat nachweislich einen positiven Effekt auf die Erfüllung des Kinderwunsches. Wenn übergewichtige Typ-2-Diabetikerinnen mit PCO ein gesundes Gewicht erreichen, normalisiert sich häufig sowohl ihr Stoffwechsel, als auch ihr Zyklus. Nur ist es bei PCOS leider nicht so einfach, Gewicht zu reduzieren, denn hartes Training wird keine Erfolge erzielen. Um mit PCOS abzunehmen, muss wieder die Ursache, nämlich das hormonelle Ungleichgewicht, behandelt werden. Wie kann man also mit Sport die Hormone wieder ins Gleichgewicht bringen? Hochintensives Intervalltraining fördert nur die Freisetzung von Stresshormonen im Körper, was wiederrum zu Gewichtszunahme führt. Geeigneter sind Übungen mit langsamem Tempo, welche die Freisetzung von Stresshormonen verhindern. Daher sind Workouts mit geringer Intensität und kleinen Gewichten ideal bei PCOS, da sie die Hormone im Gleichgewicht halten, während man gleichzeitig Gewicht verliert.

Bist du auch von PCO betroffen und wurdest noch mit anderen Vorurteilen konfrontiert? Wir würden uns freuen, wenn du uns bei Instagram @ovularing_ oder Facebook einen Kommentar dalässt!

 

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