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Insulinresistenz: Gestörter Zuckerstoffwechsel

Insulin ist eines der wichtigsten Hormone in deinem Körper. Es beeinflusst unter anderem deinen Hunger und Appetit sowie dein Körpergewicht, Körperfettanteil und deinen Muskelaufbau.

Übergewicht und Stoffwechselstörungen wie das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) sind ein häufiger Grund für Unfruchtbarkeit. Das PCO-Syndrom geht auch häufig mit Störungen des Zuckerstoffwechsels einher. Das Hormon Insulin reguliert den Zuckerstoffwechsel. Es wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und regt die Körperzellen an, Zucker aus dem Blut aufzunehmen und als Energielieferant zu verwenden. Wenn die Zellen, wie bei Diabetes-Typ-2, resistent auf Insulin reagieren, steigt der Blutzuckerspiegel. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel greift die Gefäße an und ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Bei einer Insulinresistenz ist die Wirksamkeit des Hormons Insulin im Körper eingeschränkt. Durch eine Störung beim Andocken des Insulins an eine Zelle gelangt zu wenig Zucker zur Energieversorgung in diese, woraufhin die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion erhöht. Es kommt zu einem erhöhten Insulinspiegel im Blut. Neben dem PCO-Syndrom tritt eine Insulinresistenz vor allem bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und diversen Vorstufen der Zuckerkrankheit auf. Ein höheres Körpergewicht kann ein erstes Anzeichen dafür sein, dass eine gestörte Insulinverwertung vorliegt. Vor allem das Fett im Bauchbereich sorgt dafür, dass vermehrt hormonell aktive Substanzen ausgeschüttet werden, die eine Insulinresistenz fördern.

Insulinresistenz bedeutet also

Auch eine Schwangerschaft kann das Risiko für Störungen des Zuckerstoffwechsels erhöhen. Als Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes gelten Übergewicht, PCO-Syndrom, ein Alter der Mutter von über 30 Jahren oder eine erbliche Vorbelastung mit Diabetes. Eine Ernährungstherapie sowie viel Bewegung können den Zuckerstoffwechsel in der Schwangerschaft verbessern, es kann aber auch eine Therapie mit Insulin begonnen werden. Mit der Entbindung normalisiert sich der Zuckerstoffwechsel gewöhnlicherweise wieder.

 

Wie kann eine Insulinresistenz den Kinderwunsch negativ beeinflussen?

Ein gesunder Zuckerstoffwechsel begünstigt die Eizellreifung. Später ist ein ausgeglichener Zuckerstoffwechsel die Voraussetzung, dass sich der Embryo überhaupt in der Gebärmutter einnisten kann und sich ungestört entwickelt.

Die Insulinresistenz führt dazu, dass die Bauchspeicheldrüse zu viel Insulin ausschüttet (Hyperinsulinismus), was über die Hypophyse zu einer Stimulation des luteinisierenden Hormons (LH) führt, das wiederum zu einer vermehrten Produktion von männlichen Sexualhormonen (Androgene) in den Eierstöcken führt. Dort wird durch die Insulinresistenz gleichzeitig die Bildung von Progesteron gestört, so dass ein Überschuss an Androgenen entsteht. Dieser führt zu äußerlichen Veränderungen wie einer vermehrten Körper- und Gesichtsbehaarung und kann darüber hinaus dazu führen, dass nur selten oder gar kein Eisprung stattfindet. Gerät der Hormonhaushalt also durch eine solche Störung aus dem Gleichgewicht, bringt das den gesamten Menstruationszyklus durcheinander. Daher kann eine Insulinresistenz Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben und dem Kinderwunsch im Wege stehen.

Wie kann eine Insulinresistenz behandelt werden?

Bei Frauen mit PCO-Syndrom, die zusätzlich eine Insulinresistenz aufweisen, wird in der Regel das Antidiabetikum Metformin eingesetzt, um den Kinderwunsch zu erfüllen. Das Medikament verbessert das Ansprechen des Körpers auf Insulin und reguliert den Ablauf des Zuckerstoffwechsels. Dadurch wird der Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht und der Eisprung findet trotz Insulinresistenz wieder statt. Die Behandlung mit dem Medikament bewirkt zudem eine Normalisierung des Spiegels von LH und FSH sowie bei übergewichtigen PCOS-Erkrankten eine deutliche Reduzierung des Körpergewichts. Beides wirkt sich zusätzlich positiv auf die Fruchtbarkeit aus. Auch eine Ernährungsumstellung mit dem Ziel, das Körpergewicht zu reduzieren, kann helfen, die Fruchtbarkeit zu verbessern.

Wenn du denkst, dass du an einer Insulinresistenz leiden könntest, solltest du mit deinem Frauenarzt darüber sprechen. Er kann die nötigen Tests durchführen und die für dich beste Behandlungsmethode auswählen, so dass auch deinem Kinderwunsch nichts mehr im Wege steht.

 

 

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