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Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)

Was ist das Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)?

Das Polyzystisches Ovarsyndrom (PCO-Syndrom oder PCOS) stellt ein Krankheitsbild dar, welches zu der häufigsten hormonell bedingten Störung von geschlechtsreifen Frauen gehört. Diese Erkrankung betrifft geschätzt 4-12% der Frauen im gebärfähigen Alter in Europa. Allein in Deutschland leiden etwa 1 Millionen Frauen unter PCOS.

Was sind die Symptome?

Ein PCO-Syndrom liegt vor, wenn mindestens zwei der drei folgenden Kriterien vorliegen (sogenannte „Rotterdam-Kriterien“):

1. Polyzystische Ovarien. Im Ultraschall erkennt man in den Eierstöcken (Ovarien) viele kleine Eibläschen (Polyfollikulie) mit einem maximalen Querschnitt von
8-10mm, die die Ovarien auch vergrößern und dort teilweise als Zysten interpretiert werden, wovon der Name Polyzystisches Ovarsyndrom abgeleitet wurde. Oft wird im Ultraschall auch eine verdichtete Innenzone des Ovars sichtbar.

2. Oligo-/Anovulatorische Zyklen, d.h. chronische Zyklusstörungen mit seltener oder gar keiner Ovulation (Eisprung). Die Zykluslänge kann mit über 35 Tagen (Oligomenorrhoe) bis hin zum kompletten Ausbleiben der Periode (Amenorrhoe) deutlich verlängert sein. Normalerweise reift im Zyklus aus einer Kohorte von Eibläschen ein Follikel heran, der die reife und befruchtungsfähige Eizelle zum Zeitpunkt des Eisprungs in den Eileiter ausstößt. Hohe Spiegel männlicher Hormone, wie sie beim PCO-Syndrom häufig vorliegen, beeinträchtigen diesen Reifungsvorgang. Es entstehen lediglich zahlreiche unreife Vorstufen, die sich nicht weiterentwickeln und die zystische Umwandlung der Eierstöcke verursachen. Da ein Eisprung und eine Periode nur selten bis nie vorkommen, ist bei 75% der Frauen eine spontane Schwangerschaft unmöglich.

3. Virilisierung, d.h. Vermännlichung der Körper- und Geschlechtsmerkmale, welche sich deutlich maskulin verändern. Dies führt zu einer starken Behaarung (Hirsutismus), Überproduktion von Hautfett durch die Talgdrüsen (Seborrhoe), Akne sowie Haarausfall (Alopezie).

Eine Adipositas und Insulinresistenz, die in jeweils ca. 50% der Fälle beobachtet werden, gehören nicht zu den PCOS Kriterien. Der Nachweis der namengebenden polyzystischen Ovarien allein ist für die Diagnosestellung „PCOS“ nicht nötig. Andererseits liegt beim Nachweis einer Polyfollikulie nicht immer ein PCOS vor.

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen des PCO-Syndroms sind noch nicht endgültig geklärt. Sowohl genetische Faktoren, als auch Umwelteinflüsse spielen dabei eine Rolle. Bei der Entwicklung eines PCO-Syndroms sind Hormonimbalanzen charakteristisch. Betroffen sind vor allem die männlichen Sexualhormone, die sogenannten Androgene sowie das luteinisierende und follikelstimulierende Hormon (LH und FSH) der Hirnanhangdrüse. Auch Übergewicht scheint bei der Entstehung des PCO-Syndroms eine entscheidende Rolle zu spielen. Häufig geht Übergewicht mit einer Insulinresistenz einher. Die Eierstöcke reagieren dann auf den erhöhten Insulinspiegel mit einer geringeren Umwandlung der Androgenen in Östrogene.

Noch mehr Infos als PDF: PCO-Sndrom – Therapie und Studienergebnisse.

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