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Beeinflussen die Hormone deine Schlafqualität?

Schlaf ist für die psychische und physiologische Regeneration des Menschen unabdingbar. Etwa 40% der Deutschen leiden jedoch an Schlafstörungen(Insomnie), die Betroffenen sind vor allem Frauen. Grund dafür kann auch eine Hormondysbalance sein.

Warum ist Schlaf wichtig?

Die Deutschen schlafen durchschnittlich 7 Stunden und 14 Minuten pro Nacht, jedoch wird jegliche Schlafdauer zwischen 5 und 9 Stunden als normal bezeichnet. Demnach ist es individuell unterschiedlich, wie hoch das Schlafbedürfnis ist und wie viel Schlaf angemessen ist. Für die optimale Erholung ist allerdings nicht die Schlafdauer, sondern die Schlafqualität, vor allem die Zeit der Tiefschlafphase, entscheidend. Denn nur im Tiefschlaf findet die Regulation bestimmter Hormone statt. So sinkt in dieser Zeit der Spiegel von Stresshormonen wie Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin. Gleichzeitig werden Wachstumshormone, wie Melatonin und Prolaktin ausgeschüttet. Diese regen die Zellerneuerung an und sorgen für schöne Haut, verbessertes Haarwachstum, optimale Wundheilung, Zunahme der Muskelkraft und Knochenwachstum. Fehlt über einen längeren Zeitraum der Tiefschlaf, wird die Haut dünner und Falten werden tiefer. Zudem steigen Risiken für Übergewicht. Nicht nur für die Schönheit, sondern auch für die Gesundheit ist ein erholsamer Schlaf entscheidend, denn das Immunsystem kann sich nur im Tiefschlaf regenerieren. Auch für die Psyche ist der Schlaf essentiell, denn im Schlaf wird alles Erlebte des Tages verarbeitet, neue Informationen werden gefestigt und gespeichert.

Die Qualität des Schlafes wirkt sich auf die gesamte Lebensqualität aus. Bei chronischem Schlafmangel ist man ständig müde und erschöpft, man fühlt sich ausgelaugt, ist reizbar und nicht belastbar. Die fehlende Erholsamkeit des Schlafes beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit und kann mittel- oder langfristig auch zur Verschlechterung oder zum Neuauftreten von Krankheiten führen. So können Schlafstörungen und damit einhergehender Schlafmangel auch zu ernsten Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Depressionen führen. Daraus resultierend sinkt sogar die Lebenserwartung!

Der Schlaf der Frau

Frauen sind deutlich häufiger von Schlafstörungen betroffen als Männer. Im Allgemeinen haben junge Frauen einen gesünderen Schlaf als ältere Frauen, denn physische und hormonelle Veränderungen, die Frauen im Laufe ihres Lebens erleben, wirken sich direkt auf die Schlafqualität aus. Physische Faktoren können hier z.B. Atmungsbeschwerden oder Hitzewallungen sein. Aber auch emotionale Faktoren wie Stress, Angstgefühle und Depressionen beeinträchtigen die Schlafqualität negativ. Da der weibliche Körper starken hormonellen Schwankungen unterliegt, ist es wenig verwunderlich, dass auch der Schlafbedarf und die Schlafregulation schwanken. Neben Schlafstörungen während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren, wird häufig auch von Schlafproblemen in Zusammenhang mit der Menstruation berichtet. So treten im Allgemeinen bei gesunden Frauen postovulatorisch Schlafstörungen in Form von nächtlichem Erwachen und häufigem, intensiveren Träumen auf. Andere wiederum berichten hingegen von gesteigerter Müdigkeit am Tag, Erschöpfungszuständen und einem generell erhöhtes Schlafbedürfnis. Diese Schlafstörungen gehen meist mit anderen prämenstruellen Anzeichen einher und klingen nach der Menstruation wieder ab.

Die Rolle des Progesterons

Sind unruhiger Schlaf bzw. Schlafprobleme menstruell bedingt, liegt das häufig an der Veränderung des Hormonspiegels in der zweiten Zyklushälfte. Nach dem Eisprung wird das Gelbkörperhormon Progesteron ausgeschüttet, um eine mögliche Schwangerschaft zu schützen, allerdings hat das Hormon auch einen schlaffördernden Effekt. Sinkt der Progesteronspiegel vor der Menstruation wieder, lässt auch die schlafunterstützende Wirkung merklich nach. Progesteron spielt für den Zyklus und die Fruchtbarkeit eine wichtige Rolle. Außerdem ist das Progesteron eine Art Gegenspieler des Östrogens. Beide müssen in einem bestimmten Verhältnis zueinander im Körper vorhanden sein, damit die Hormone miteinander in einem harmonischen Gleichgewicht sind. Bei vielen Frauen wird jedoch zu wenig Progesteron gebildet. Dies führt dazu, dass sich das Östrogen zu stark auswirkt, es ist sozusagen dominant. Auch diese  sogenannte Östrogendominanz kann Grund einer Schlafstörung sein. Dass die Hormonspirale durch die Unterdrückung des körpereigenen Progesterons einen Progesteronmangel auslösen kann, ist bereits bekannt. Auch dies kann in vielen Fällen zu einer Östrogendominanz führen, welche die Hauptursache für viele Nebenwirkungen der Hormonspirale ist, u.a. auch Schlaflosigkeit.

Was hilft bei Schlafstörungen?

Lassen sich für akut auftretende Schlafprobleme keine greifbaren Auslöser wie Stress, ein Infekt, eine Hormondysbalance etc. finden, ist es wichtig, andere Ursachen zu identifizieren, vor allem, wenn die Schlafstörungen länger anhalten. Bei zugrunde liegenden Erkrankungen ist es natürlich ratsam, zuerst die Grunderkrankungen zu behandeln. Manchmal kann allein schon eine bessere Schlafhygiene eine Schlafstörung beheben. So sollte das Schlafzimmer ausreichend gelüftet und nicht zu hoch temperiert sein. Spätes schweres Essen, Kaffee und Alkohol sollten vermieden werden. Feste Rituale sowie Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen vor dem Zubettgehen können ebenfalls hilfreich sein. „Digital Detox“, der Verzicht auf digitale Geräte wie Smartphone, Computer und Fernseher vor dem Schlafengehen, sowie Dunkelheit können dazu beitragen, einen gesunden Schlaf zu finden. Auch Heilpflanzen wie Lavendel, Baldrian, Melisse und Passionsblume sind bei Schlafstörungen hilfreich.

Übrigens: Mediziner sprechen erst von einer Schlafstörung, wenn man mindestens über einen Monat drei Nächte oder mehr in der Woche keinen durchgehenden, erholsamen Schlaf findet und sich tagsüber müde, kraftlos, nervös und gereizt fühlt. Auch wenn du das Gefühl hast, gut zu schlafen, aber tagsüber ständig müde bist, kann das ein Hinweis auf eine gestörte Nachtruhe sein. In diesen Fällen sollte immer zunächst ein Arzt aufgesucht werden.

Übrigens: Auch mit OvulaRing kannst du deine Schlafqualität überprüfen. Eine gesunde und erholsame Nachtruhe ist von einem deutlichen nächtlichen Temperaturabfall gekennzeichnet.

 

 

 

 

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